Re: Aufklärung EZS
Hallo Mira,
wir möchten unseren Kindern (falls alles gut geht, bin in der 12.SSW mit Zwillingen) von Anfang an die Wahrheit sagen,also sobald sie sich dafür interessieren, woher die Babys kommen.
Der Grund dafür ist, dass wir keinen späteren Zeitpunkt erkennen, zu dem eine Aufklärung sinnvoller wäre. Sehr interessant und unbedingt lesenswert fand ich zu dieser Frage die Berichte erwachsener Spenderkinder (Samenspende), die in verschiedenen Lebensaltern von ihrer Herkunft erfahren haben. Für diejenigen, die es erst spät,zum Teil als Erwachsene, erfahren hatten, bedeutete dies einen echten Bruch in ihrem Leben, eine schwer zu bewältigende Krise. Diejenigen,die mit dem Wissen aufgewachsen sind, konnten gut damit umgehen. Ideal wäre allerdings, wenn die Kinder später die Möglichkeit hätten, den Spender (in unserem Fall die Spenderin) kennenzulernen. Das geht z.B. in den Niederlanden oder Belgien. Man muss dann aber eine "eigene" Spenderin mitbringen. Wir hatten einen solchen Versuch angeleiert, sind aber an organisatorischen Problemen gescheitert und dann doch nach Pilsen gegangen.Wir sind zuversichtlich, dass Kinder ,die in einem liebevollen Elternhaus aufwachsen, die Einschränkung, die halbe Herkunft ihrer Gene nicht zu kennen, nicht als so gravierend empfinden, dass sie lieber nicht auf der Welt wären.Denn das wäre ja die Alternative.
Das waren so unsere Überlegungen zu dem Thema, unsere Erfahrungen sind natürlich noch etwas dürftig, da noch nicht so viele überhaupt von meiner Schwangerschaft wissen, aber:
Ein paar guten Freunden, der engsten Verwandtschaft, meiner Hausärztin und selbstverständlich meiner Frauenärztin haben wir es erzählt.
Die überwiegende Reaktion war begeisterte Mitfreude, dass wir nach jahrelangem erfolglosen Kinderwunsch und zunehmend hoffnungslosen Kinderwunschbehandlungen nun doch noch Eltern werden. Einer fand das ganze etwas skurril (kann ich durchaus nachvollziehen), aber ablehnend hat bisher keiner reagiert.
Wenn wir doch noch auf Ablehnung stoßen:
Wir haben uns die Sache lange und gründlich überlegt und sind außer unseren Kindern niemandem Rechenschaft schuldig.
Natürlich erzählen wir nur im nächsten Kreis von der Eizellspende, ist ja eine Privatsache. Aber wenn z.B. durch die Kinder irgendjemand anders davon erfährt,geht auch die Welt nicht unter, denn wir sind mit unserer Entscheidung im Reinen.
Sorry,etwas lang geworden...
Ich wünsche Dir eine gute Entscheidungsfindung. Lieber einmal zuviel drüber nachdenken, als mitten in der Behandlung in tiefe Zweifel zu stürzen.
Herzliche Grüße
Annika