Re: ich bin neu hier und war in Prag
Liebe Muckelmaus,
herzlichen Glückwunsch zum Baby. Das ist wirklich eine Geschichte zum Nachmachen.
Alles Gute für euch drei!
Liebe Schneestern,
da ich noch kein Eizellspendekind geboren habe, kann ich die Frage nach den moralischen Bedenken nach der Geburt nicht beantworten.
Sicher ist jedoch, dass bei den Frauen, die den Weg der EZS einschlagen, die EZS die einzige und letzte Möglichkeit ist, ein Kind zu gebären, wenn es auch nicht das genetisch eigene ist. Der Leidensdruck ist so groß, dass es uns EZS-Frauen nicht primär darum geht, uns selbst zu reproduzieren, sondern einfach nur ein Kind zu bekommen. Und zwar mit einer gewissen Normalität verbunden - nämlich das Kind zu gebären. Es wächst in uns heran, wird durch unserer Blut versorgt, hört unsere Stimme. Diese Normalität bietet uns z.B. die Adoption nicht. Bei der Adoption sind weder die Gene des Vaters noch der Mutter weitergegeben. Und doch berichten so viele Paare davon, welch großes Geschenk und welch ein Seegen ein adoptiertes Kind oder ein Pflegekind ist. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich die Frage nach der Genetik nach der Geburt des Kindes kaum noch stellt. Über die persönlichkeit und Herkunft der Spenderin habe ich kaum nachgedacht. Am Tage der Punktion war ich in Gedanken aber fest bei ihr und habe gehofft und gebetet, es möge ihr gut gehen, sie möge alles gut überstanden haben. Hab auch beim TF in der Klinik gefragt, wie es ihr geht. Und jetzt, da ich schwanger bin, empfinde ich eine unendliche Dankbarkeit für diese Frau, durch sie hab ich euch ein Stück verlorenes Selbstbewusstsein wiedererlangt. Sie hat den "Makel" des Nichtfunktionierens von mir genommen. Sie hat mich von dem Schmerz erlöst, kein Kind mehr empfangen zu können, meinen Mann nicht mehr zum Vater machen zu können. Ich persönlich kann mir deshalb nicht vorstellen, dass dieses Kind Zweifel in mir hervorrufen könnte.
Ich hoffe, ich konnte dir etwas helfen. Aria