Hallo an alle, die´s interessiert:
Nabelschnurblut konservieren - ja oder nein?
Auch wir hatten hin und her überlegt, unsere Ärzte (Repro und Gyn) aber schlussendlich davon abgeraten. "Heben Sie Ihr Geld lieber auf für mögliche Geschwister."
War wohl nicht der schlechteste Tipp.. aber lest selbst:
ZitatAlles anzeigenStammzellen aus Nabelschnurblut
Geschäft mit der Angst oder entscheidende Vorsorge?
Von Patrick Gensing, tagesschau.de"Der Geburtstermin – diese Chance gibt es nur ein einziges Mal! Schon in den ersten Minuten können Sie für die Gesundheit Ihres Kindes entscheidend vorsorgen, wenn Sie heute die richtige Entscheidung treffen!" So wirbt das Unternehmen "Basiccell" mit Sitz in Wolfratshausen auf seiner Homepage für seine Dienstleistungen. "Basicell" bietet werdenden Eltern an, das Nabelschnurblut ihres Neugeborenen für den eigenen Gebrauch einzulagern. Dadurch sollen später mögliche Krankheiten des Kindes heilbar sein.
Die Leipziger Firma "VITA 34" wirbt auf mit einem Beispiel aus der Praxis. "Ich mach`s für mein Kind!", erklärt eine schwangere Mitarbeiterin auf der Homepage des Unternehmens. Auch sie wolle das Nabelschnurblut ihres Kinds für den eigenen Gebrauch einlagern.
Auf dem derzeit stattfindenden 55. Kongress der "Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe" in Hamburg sagte die Pressesprecherin von "VITA 34", Dr. Susanne Engel, dass in Zukunft Diabetes, Herzinfarkt, Schlaganfall, Krankheiten von Organen und Organsystemen mit den Stammzellen aus eigenem Nabelschnurblut heilbar sein würden. Bisher gebe es allerdings nur eine sehr beschränkte Anwendung, räumte sie ein. Doch die Aussichten seien sehr gut.
Fachleute sind skeptisch
Das sehen andere Fachleute anders. Zwar könnten in Zukunft unter Umständen Gewebe und Organe aus den Stammzellen aus Nabelschnurblut gezüchtet werden, doch bisher gebe es dafür keinen einzigen Beweis, so Dr. Ulrich Hahn, Herstellungsleiter bei der Aktion Bayerische Knochenmarkspende. Außerdem gebe es keinen Grund anzunehmen, dass man aus erwachsenen gesunden Zellen nicht das gleiche Potenzial erlangen könnte. Hier sei die Forschung auch schon weiter, so Hahn. Und das seien dann frische Zellen.Kosten für die Eltern: rund 2000 Euro
Bei kommerziellen Nabelschnur-Blutbanken zahlen die werdenden Eltern rund 2000 Euro für die Einlagerung des Nabelschnurbluts ihres Kindes. Der Vertrag läuft über 20 bis 25 Jahre. Bisher haben etwa 25.000 Elternpaare diesen Dienst in Anspruch genommen, sagt Dr. Engel von "VITA 34". Allerdings gebe es in Deutschland bisher keinen einzigen Fall, in dem das Nabelschnurblut auch für den Spender angewendet wurde, so Engel auf Nachfrage. Die Präparate seien eher für Jugendliche nützlich oder erst dann, wenn die Kinder erwachsen seien. Dann könnte zum Beispiel aus den eigenen Stammzellen Gewebe gewonnen werden, welches zum Beispiel eine Querschnittslähmung nach einem Motorradunfall heilen könnte, sagt Engel."Alles Zukunftsmusik", entgegnet Hahn. Es sei noch nicht einmal bewiesen, dass die Stammzellen nach 20 Jahren Einlagerung noch lebensfähig seien. Außerdem könnten bei den kommerziellen Nabelschnur-Blutbanken viele eingelagerte Präparate in dem sehr unwahrscheinlichen Fall der Anwendung gar nicht brauchbar sein. Denn ihr Volumen und die Qualität könnten nicht ausreichen. Dies befürchtet auch Dr. Kristina Hölig, Leiterin der Transfusionsmedizin am Universitätsklinikum Dresden. In öffentlichen Nabelschnurblutbanken würden nur rund 40 bis 50 Prozent der gespendeten Präparate eingelagert. Die Restlichen müssten wegen mangelnder Qualität vernichtet werden. Bei den kommerziellen Anbietern würden aber bis zu 90 Prozent der Präparate aus Nabelschnurblut eingelagert, so Hölig.
In öffentlichen Banken werden Präparate aus gespendetem Nabelschnurblut gelagert und stehen über ein Datennetz erkrankten Menschen weltweit zur Verfügung. Die Spende ist kostenlos. Da sich das Projekt hauptsächlich durch Spenden finanziert, kann aber nur in einigen Krankenhäusern in Deutschland gespendet werden.
Vorteil: Keine Abwehrreaktionen gegen eigene Zellen
Allerdings habe auch die Behandlung mit Stammzellen aus eigenem Nabelschnurblut Vorteile, sagt der Chefarzt der Frauenklinik im bayerischen Amberg, Dr. Anton Scharl. Denn der Körper werde bei möglichen Anwendungen keine Abwehrreaktion gegen die eigenen Zellen zeigen, so wie es bei Fremdspenden häufig der Fall sei. Allerdings betont auch er, dass die Anwendung von autologem (eigenem) Nabelblut für die Gegenwart nur in seltenen Fällen von Krebserkrankungen bei Kindern sinnvoll sei. Für die Zukunft hielte er es zwar für denkbar, dass die eigenen Stammzellen zum Beispiel bei Herzinfarkten eingesetzt würden, aber das sei Spekulation.Besser in einen Fahrradhelm investieren
Doch viele Eltern hoffen, durch die Investition von rund 2000 Euro ihrem Kind eine Versicherung gegen mögliche Krankheiten zu bieten. Eine entscheidende Beeinflussung der Gesundheit des Kindes sei die Einlagerung des eigenen Nabelschnurbluts auf keinen Fall, sind sich Hahn, Hölig und Scharl einig. Scharl rät seinen Patienten, dass man diese Option nur wählen sollte, wenn man die rund 2000 Euro übrig habe. Ansonsten gebe es wichtigere Investitionen für die Zukunft des Kindes. Zum Beispiel für die Schulbildung oder, entscheidender für die Gesundheit des Kindes, ein stabiler Fahrradhelm.
Stand: 16.09.2004 06:43 Uhr
Vielleicht kann ja die/der eine oder andere noch Adressen von den öffentlichen, nicht-kommerziellen Nabelschnurbanken beisteuern, für jene unter uns, die´s gern machen würden, aber die hohen Kosten nicht aufbringen können oder möchten..
frowlein ![]()